Welches Modell passt, hängt davon ab, ob Sie ein Konzept brauchen oder eine Begleitung bis zum Einzug. In jedem Fall sollten Sie ein Angebot bekommen, das den Leistungsumfang benennt, bevor Sie sich festlegen. Unten finden Sie die üblichen Modelle, die Faktoren hinter dem Preis und eine Liste mit Fragen, an der Sie ein Angebot prüfen können.

Die genaue Zahl hängt vom Umfang ab. Ein Farbkonzept für ein Wohnzimmer ist schnell gemacht. Die komplette Innenarchitektur einer Altbauwohnung mit Maßmöbeln und Bauleitung bedeutet ein Vielfaches an Arbeit.

Die drei Honorarmodelle für Innenarchitektur

Anteil der Kosten. Das Honorar wird als Prozentsatz der anrechenbaren Kosten berechnet, also dessen, was Umbau, Ausbau und Einbauten kosten. In Deutschland ist das die Logik der HOAI, die für Innenräume einen eigenen Abschnitt hat. Der Vorteil: Das Honorar wächst mit dem Projekt, und der Umfang ist über die Leistungsphasen klar beschrieben. Der Nachteil: Wer sparsam plant, verdient weniger. Das Modell funktioniert trotzdem gut, solange das Büro seine Kostenschätzung offenlegt.

Stundensatz. Sinnvoll für Beratung, für ein Konzept ohne Ausführung oder für die Begleitung einzelner Entscheidungen, etwa bei der Materialwahl. Ein Stundensatz ist nur dann fair, wenn eine Aufwandsschätzung dazukommt. Sonst erfahren Sie erst mit der Schlussrechnung, was die Beratung gekostet hat.

Pauschale je Leistungsphase. Konzept, Entwurf, Ausführungsplanung, Ausschreibung, Bauleitung und Möblierung werden einzeln bepreist. Sie sehen, was jede Phase kostet, und können nach jeder Phase entscheiden, ob es weitergeht. Für private Wohnprojekte ist das oft das transparenteste Modell. In der Praxis sind Mischformen üblich: Pauschale für die Planung, Stundensatz für Änderungen, die Sie nach der Freigabe wünschen.

Was den Preis eines Innenarchitekten bestimmt

Vier Faktoren bestimmen das Honorar am stärksten.

  • Der Umfang. Ein Konzept mit Moodboard und Grundrissvariante ist ein Bruchteil dessen, was eine Planung bis zur Übergabe kostet. Die HOAI beschreibt neun Leistungsphasen von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung. Klären Sie zuerst, welche Sie brauchen. Für die Frage, ob Sie überhaupt einen Innenarchitekten oder einen Architekten brauchen, hilft dieser Vergleich.
  • Fläche und Bestand. Mehr Fläche heißt mehr Zeichnungen und mehr Abstimmung mit den Handwerkern. Ein Altbau braucht zusätzlich eine Bestandsaufnahme, weil alte Pläne selten dem gebauten Zustand entsprechen.
  • Detailtiefe. Maßmöbel, besondere Oberflächen, Lichtplanung und eigens gezeichnete Details verlangen Werkstattzeichnungen und Bemusterung. In diesem Teil steckt meist die meiste Planungszeit.
  • Bauleitung und Möblierung. Wer die Baustelle begleitet, Angebote prüft und Möbel beschafft, arbeitet über Monate. Fragen Sie, ob das im Angebot enthalten ist und wie die Beschaffung abgerechnet wird.

Dazu kommt der Ort. Ein Projekt auf Mallorca für Eigentümer, die im Ausland leben, verlangt Reisen, wöchentliche Berichte und die Zusammenarbeit mit einem im Colegio eingetragenen Architekten für Genehmigungen. Dieser Aufwand sollte im Honorar eingerechnet sein, damit er nicht später als Nebenkosten auftaucht. Wie das Fernmodell funktioniert, steht in unserem Text zum Renovieren auf Mallorca aus der Ferne.

Wo das Honorar im Gesamtbudget steht

Zum Vergleich die Kosten der Umsetzung: Eine vollständige Altbausanierung in Berlin liegt als Richtwert grob bei 1.500 bis 3.000 Euro pro Quadratmeter, eine Finca oder ein Stadthaus auf Mallorca bei 1.200 bis 2.500 Euro pro Quadratmeter. Was das für eine Altbausanierung in Berlin oder eine Finca auf Mallorca im Einzelnen bedeutet, haben wir gesondert aufgeschrieben.

Bei CARLO Design liegt das Honorar für die Planung bei 10 bis 15 Prozent der Bausumme. Projektmanagement und Bauleitung berechnen wir zusätzlich. Je größer das Projekt, desto kleiner wird der Anteil, denn der Aufwand verdoppelt sich nicht mit jedem Quadratmeter. Bei kleinen Projekten fällt er dagegen höher aus: Eine kleine Wohnung mit weniger kostspieligen Möbeln macht in der Planung fast so viel Arbeit wie eine große mit teuren Möbeln, die Bausumme ist aber deutlich kleiner. Ein Beispiel: Kostet die Sanierung 200.000 €, liegt das Planungshonorar bei 20.000 bis 30.000 €.

Gegenüber diesen Summen ist das Honorar des Innenarchitekten der kleinere Posten. Es beeinflusst aber, wie hoch die großen Posten ausfallen. Ein gut geplanter Grundriss erspart Ihnen einen zweiten Umbau ein paar Jahre später. Eine Ausschreibung, in der jede Position steht, macht Angebote vergleichbar. Woran Sie erkennen, ob ein Handwerkerangebot belastbar ist, lesen Sie in Handwerker-Angebote vergleichen.

Wo Planung Geld spart

Honorare gelten meist als reine Ausgabe. Aus unserer Erfahrung mit über 40 Projekten seit 2015 gibt es vier Stellen, an denen Planung Geld spart.

  • Änderungen während der Bauphase. Jede Entscheidung, die vorher auf dem Papier fällt, kostet einen Bruchteil dessen, was sie auf der Baustelle kostet.
  • Angebotsvergleich. Handwerker rechnen auf derselben Grundlage, wenn die Ausschreibung eindeutig ist. Ohne Planung vergleichen Sie Schätzungen.
  • Materialeinkauf. Ein Büro kennt Bezugsquellen für Naturstein, Holz und Armaturen in guter Qualität und weiß, wo man nur für den Markennamen mehr bezahlt.
  • Werterhalt. Räume, die auf Alltag und Tageslicht hin geplant sind, nutzen sich weniger schnell ab und lassen sich leichter verkaufen oder vermieten.

So lesen Sie ein Honorarangebot

Ein gutes Angebot beantwortet sieben Fragen, ohne dass Sie nachhaken müssen.

  1. Welche Leistungsphasen sind enthalten, und welche nicht?
  2. Was ist die Berechnungsgrundlage: Bausumme, Stunden oder Pauschale?
  3. Wie werden Änderungen nach der Freigabe abgerechnet?
  4. Sind Reisen, Vervielfältigungen und Fachplaner wie Statik oder Licht enthalten?
  5. Ist die Bauleitung dabei, und in welcher Dichte, etwa mit wöchentlichen Terminen?
  6. Wie wird die Möbelbeschaffung abgerechnet?
  7. Wie sieht der Zahlungsplan aus, und wann können Sie aussteigen?

Wenn eine dieser Fragen offen bleibt, fragen Sie nach. Ein seriöses Büro kann Ihnen erklären, wie es auf seine Zahl kommt.

Wie wir bei CARLO Design über Honorare sprechen

Als Richtwert gelten 10 bis 15 Prozent der Bausumme für die Planung. Ein festes Honorarangebot machen wir, wenn wir Ihre Räume gesehen haben, denn ohne Umfang und Fläche wäre die genaue Zahl geraten. Der Einstieg ist der Projektcheck. Wir kommen zu Ihnen nach Berlin oder auf Mallorca, gehen durch die Räume und sprechen über das, was Sie vorhaben. Wie Sie sich darauf vorbereiten, steht im Text zum Erstgespräch mit dem Architekten.

Danach bekommen Sie eine Konzeptrichtung, einen Kostenrahmen für die Umsetzung und ein Honorarangebot, das die Leistungsphasen einzeln benennt. Erst dann entscheiden Sie. So arbeitet unser Team als Innenarchitekt in Berlin und im Studio für Innenarchitektur auf Mallorca, und so läuft auch ein Projekt bei uns ab.

FAQ

Was kostet ein Innenarchitekt pro Stunde?

Stundensätze unterscheiden sich nach Erfahrung, Stadt und Art der Aufgabe deutlich, deshalb nennen seriöse Büros sie zusammen mit einer Aufwandsschätzung. Wichtiger als der Satz selbst ist, wie viele Stunden ein Konzept oder eine Ausführungsplanung braucht und welche Unterlagen Sie danach in der Hand haben. Fragen Sie nach beidem, dann lassen sich Angebote vergleichen.

Lohnt sich ein Innenarchitekt auch bei einer kleinen Wohnung?

Ja, wenn die Wohnung im Alltag besser funktionieren soll als heute. Auf wenig Fläche machen Grundriss, Stauraum und Licht den größten Unterschied, und dort ist Planen günstiger als Ausprobieren. Für eine kleine Wohnung passt meist ein begrenzter Umfang: Konzept und Ausführungspläne, die Umsetzung übernehmen Sie mit Ihren Handwerkern. Der Anteil des Honorars an der Bausumme ist dabei höher als bei einem großen Projekt, weil die Planung fast genauso viel Arbeit macht.

Ist das Honorar in der Bausumme enthalten?

Nein. Bausumme und Honorar sind zwei getrennte Posten. Die Bausumme sind die Kosten für Handwerker und Material, das Honorar bezahlt die Planung und Begleitung. Wenn ein Büro Möbel beschafft, sollte im Angebot stehen, wie diese Leistung abgerechnet wird.

Gilt die HOAI für Innenarchitekten?

Die HOAI enthält einen eigenen Abschnitt für Innenräume und beschreibt Leistungsphasen von der Grundlagenermittlung bis zur Objektbetreuung. Seit 2021 gibt sie keine verbindlichen Mindest- oder Höchstsätze mehr vor, das Honorar wird frei vereinbart. Als Beschreibung dessen, was eine Planung umfasst, bleibt sie in Deutschland die gängige Referenz. Auf Mallorca gilt sie nicht, dort regelt der Vertrag den Umfang.

Wie erfahre ich, was mein Projekt bei CARLO Design kostet?

Als Richtwert rechnen Sie mit 10 bis 15 Prozent der Bausumme für die Planung, Projektmanagement und Bauleitung kommen dazu. Das genaue Angebot bekommen Sie nach dem Projektcheck. Wir kommen zu Ihnen, sehen uns die Räume an und sprechen über Umfang, Fläche und Zeitrahmen. Danach erhalten Sie eine Konzeptrichtung, einen Kostenrahmen für die Umsetzung und ein Honorarangebot, das die Leistungsphasen benennt. Der Projektcheck ist unverbindlich.

Ihr nächster Schritt

Wenn Sie wissen möchten, was Ihr Vorhaben kostet, schreiben Sie uns ein paar Sätze dazu: Wohnung oder Haus, Fläche, was sich ändern soll und bis wann. Wir melden uns mit einem Termin für den Projektcheck.

Was Ihr eigenes Vorhaben ungefähr kostet, rechnen Sie in zwei Minuten aus. Zum Budget- und Zeitplanrechner.